Employer-Awards: Wie aussagekräftig sind „Beste Arbeitgeber“-Siegel?

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Arbeitgeberpreise sind in den letzten Jahren regelrecht zu einem Trendthema avanciert. Ob „Top Arbeitgeber“, „Great Place to Work“ oder branchenspezifische Auszeichnungen – für Unternehmen, die um die besten Talente buhlen, haben diese Awards einen unverkennbaren Reiz. Die Label vermitteln Orientierung und suggerieren Qualität. Doch wie aussagekräftig sind diese Siegel wirklich? Wie werden sie vergeben, welche Methoden stehen hinter den Rankings, und lohnt sich eine Teilnahme auch strategisch?

Die Faszination rund um den Arbeitgeber-Award

Im War for Talents kann ein attraktives Image einen entscheidenden Unterschied machen. Employer-Awards symbolisieren Wertschätzung und Fortschrittlichkeit – Bewerberinnen und Bewerber achten bei der Jobwahl zunehmend auf Gütesiegel und öffentliche Anerkennung. Für viele Organisationen ist die Teilnahme an solchen Wettbewerben längst ein fixer Bestandteil ihrer Arbeitgebermarkenstrategie. Ob internationaler Konzern, Mittelständler oder Start-up: Die Aussicht, als attraktiver Arbeitgeber ausgezeichnet zu werden, spornt an und wirkt als Turbo bei der Rekrutierung neuer Mitarbeitender.

Bekannte Siegel und ihre Bedeutung

Der Markt für Arbeitgeber-Awards ist vielfältig. Namen wie „Top Employers“, „Kununu Top Company“ oder „Great Place to Work“ genießen deutschlandweit hohes Ansehen. Die zugrundeliegenden Methoden reichen von Mitarbeiterbefragungen über Auditierungen bis hin zu unabhängigen Zertifizierungen. Gemeinsam ist ihnen das Ziel, Unternehmensattraktivität sichtbar und vergleichbar zu machen.

Methoden, Datenquellen und Transparenz

Ein genauer Blick auf die Bewertungskriterien zeigt schnell Unterschiede. Während einige Siegel auf umfangreiche, anonyme Mitarbeiterbefragungen setzen, arbeiten andere mit Audits, Managementinterviews oder externen Datenquellen. Dadurch variiert auch die Aussagekraft:

  • Mitarbeiterbefragungen: Sie schaffen Authentizität und messen unmittelbar die Zufriedenheit und Loyalität.
  • Audits und externe Prüfungen: Hier werden HR-Prozesse, Benefits und strategische Ziele bewertet.
  • Online-Bewertungen: Plattformen wie Kununu nutzen öffentlich zugängliche Erfahrungsberichte als Basis.

Einige Awards bieten völlige Transparenz bei der Methodik, doch nicht überall erfährt man, wie die Ergebnisse berechnet werden. Hier ist Vorsicht geboten, denn die Glaubwürdigkeit eines Siegels hängt maßgeblich von nachvollziehbaren und objektiven Kriterien ab.

Was kostet ein Arbeitgeber-Award?

Viele Unternehmen unterschätzen die Kosten und Aufwände rund um Arbeitgeberwettbewerbe. Neben Teilnahme- oder Prüfungsgebühren kommen manchmal weitere Nebenkosten wie interne Ressourcen, Kommunikation und PR hinzu. Gerade kleinere Unternehmen sollten genau kalkulieren, ob die Investition zur eigenen Strategie passt und welchen langfristigen Nutzen der Award tatsächlich bringt. Gleichzeitig darf man nicht vergessen: Das unabhängige Siegel kann neue Türen öffnen und zum Multiplikator im Recruiting werden.

Siegel als Recruiting-Booster?

Bewerberinnen und Bewerber vertrauen auf Award-Siegel, wenn sie nach Arbeitgebern suchen – doch wirken diese Auszeichnungen tatsächlich? Studien zeigen: Sichtbar platzierte Siegel steigern nicht nur die Anzahl eingehender Bewerbungen, sondern auch deren Qualität. Unternehmen mit Auszeichnung gelten als glaubwürdiger, mitarbeiterorientierter und innovativer. Gerade bei vergleichbaren Positionen ist der Ruf als ausgezeichneter Arbeitgeber oft das Zünglein an der Waage.

Employer-Awards: Mehrwert oder Mogelpackung?

Trotz aller Vorteile warnen Experten vor einer reinen Label-Inflation. Nicht jeder Award ist gleich viel wert, denn einige Anbieter verfolgen primär kommerzielle Interessen. Es gibt Fälle, in denen Unternehmen nach minimalen Anforderungen den Status „Top Arbeitgeber“ kaufen können. Entscheidend sind daher Seriösität und kritische Prüfung: Wer steht hinter der Vergabe? Werden Mitarbeitende wirklich einbezogen? Wie offen werden die Auswahl- und Bewertungsprozesse kommuniziert?

Employer Branding und Unternehmenskultur im Fokus

Der eigentliche Wert von Employer-Awards liegt tiefer: Sie schaffen Anlässe, um interne Prozesse und Unternehmenskultur zu hinterfragen. Die Teilnahme spornt dazu an, sich mit Themen wie Führung, Diversity, Arbeitsklima und Benefits aktiv auseinanderzusetzen. Nicht selten werden im Zuge der Award-Vorbereitung Verbesserungsmaßnahmen umgesetzt, die langfristig positive Effekte zeigen – unabhängig vom Sieg. Im besten Fall stärken Preise die Identifikation der Mitarbeitenden und erhöhen die Bindung ans Unternehmen.

Welche Awards lohnen besonders?

Nicht alle Siegel sind für jedes Unternehmen gleich sinnvoll. Kleine und mittlere Unternehmen profitieren oft von regionalen oder branchenspezifischen Awards, die weniger Konkurrenz aufweisen und gezielter auf Besonderheiten eingehen. Internationale Konzerne hingegen setzen eher auf globale Siegel mit hohem Bekanntheitsgrad, die auch bei ausländischen Talenten Wirkung entfalten. Wer genau prüft, wählt aus der Vielzahl an Möglichkeiten die für sich passende Auszeichnung – und maximiert den Nutzen.

Employer-Awards sind weit mehr als nur schöne Plaketten fürs Firmenportal. Sie sind Seismografen für Unternehmenskultur, Motoren für Verbesserungen und Wegweiser für Talente. Vorausgesetzt, sie basieren auf transparenten Kriterien und werden glaubwürdig kommuniziert, können sie im Kampf um die besten Köpfe einen echten Unterschied machen. Unternehmen, die Mut zur Offenheit und zur echten Reflexion mitbringen, bauen so eine Arbeitgebermarke auf, die nachhaltig Vertrauen schafft.

   

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