
Man stelle sich vor: Ein Emirat, eine Mega-Metropole, ein Hauch von Glitzer und – Überraschung – eine Gesundheitsmesse, die sich selbst zum Zentrum medizinischer Innovationen erhebt. Genau das ist Arab Health in Dubai. Hier treffen sich nicht nur die, die an irgendwas laborieren, sondern die, die meinen, Gesundheit müsse leuchten wie die Dubai Skyline bei Nacht. Willkommen im globalen Schaufenster der Medizintechnik, in dem Spritzen teurer sind als Designer-Handtaschen und Innovationen häufig im goldenen Anstrich daherschreiten.
Arab Health: Das Shopping-Paradies für Mediziner
Schon mal davon geträumt, OP-Roboter, PET-Scanner und Künstliche Intelligenz für die Intensivstation in einer einzigen Messehalle zu erleben – flankiert von Networking-Lounges, die eigentlich eher an eine Business-Class am Flughafen erinnern? Willkommen bei Arab Health! Denn in Dubai wird nicht gekleckert, sondern geklotzt: Statt schnöder Infostände erwarten die Besucher messetauglich inszenierte Erlebnisse, Präsentationen und Vorführungen, bei denen der Pathologe von morgen schon mal fragend an seinem Kaffee nippt: Ist das Kunst, Medizin oder einfach nur arabischer Größenwahn?
Innovationen, bis der Arzt kommt
Die Neuheiten und Innovationen auf der Arab Health lassen selbst notorische Technikskeptiker neugierig werden. Zwischen Augmented-Reality-Brillen zur Tumoroperation und Hightech-Prothesen wird jedes Jahr aufs Neue vorgeführt, wie Zukunft angeblich aussehen soll – nach dem Motto: Mehr Touchscreens, weniger Mensch. Dass Klinik-CIOs aus aller Welt garantiert feuchte Hände bekommen, wenn sie sich die Präsentationen der asiatischen und europäischen Medizintechnik-Elite anschauen, versteht sich quasi von selbst.
Die internationale Bühne – wer darf nicht fehlen?
Wer einen Namen im Gesundheitswesen hat (oder zumindest daran arbeitet), den zieht es nach Dubai. Regierungen, Spitalsbetreiber, Hersteller und Investoren singen sich auf der weltweit wichtigsten Healthcare-Messe den Innovations-Choral, während Startup-Vertreter auf der Suche nach dem nächsten Millioneninvestment versuchen, nicht im Gewusel unterzugehen. Wer hier nicht gesehen wird, hat medizinisch wie wirtschaftlich nicht mal am Rande des Operationssaals eine Nebenrolle.
Kulturelle Unterschiede inklusive
Wo China den OP-Roboter präsentiert, Europa über Datenschutz sinniert und arabische Delegationen für beeindruckende Standarchitektur sorgen, ist die Arab Health ein perfektes Spiegelbild globaler Gesundheitsambitionen – oder ein Paradebeispiel dafür, wie unvereinbar Weltanschauungen sein können, wenn es um das Thema Gesundheit geht. Gastfreundschaft gibt es übrigens gratis dazu, allerdings bitte stilecht im Business-Anzug bei 30 Grad im Schatten.
Networking auf arabisch – mehr Schein als Sein?
Selbstverständlich dient Arab Health nicht nur der Technikschau, sondern vor allem dem Networking – und das auf eine oftmals ironisch-existenzielle Weise. Wer sich nach drei Tagen Messe noch exakt an seine letzten Gespräche erinnert, hat vermutlich zu wenig Visitenkarten verteilt oder die Aftershow-Events auf Hotel-Dachterrassen ignoriert. Kontakte knüpfen, Eindrücke sammeln, Deals einfädeln – all das gehört dazu. Und wenn’s mal nicht klappt: Ein bisschen Smalltalk auf Englisch bringt einen meist weiter als jede ausgefeilte medizinische Produktneuheit.
Was bleibt nach dem Messeglamour?
Nicht selten stellt sich nach dem Rückflug ins heimische Krankenhaus die Frage: War es wirklich die Innovation selbst, die sich in Erinnerung eingebrannt hat, oder doch nur das spektakuläre AV-Feuerwerk? Fakt ist: Arab Health verleiht der Medical-Branche das, was ihr in Europa und Deutschland oft fehlt – einen Hauch Internationalität, ein bisschen Show und viel mehr Visibilität, als es die lokale Medizintechnik-Tagung je könnte. Und wer weiß, vielleicht haben die Präsentationen und Kontakte von Dubai wirklich Einfluss auf das, was ein Jahr später in den OPs implementiert wird.
Warum medizinische Innovationen hier sichtbar werden
Wenig überraschend: Arab Health ist weder Schnäppchenmesse noch Bürgertreff, sondern Bühne für große Marken und laute Trends. Gerade weil die großen Player jedes Jahr aufs Neue ihre Produktwelten ins rechte Scheinwerferlicht rücken, werden Innovationen auf der Messe sichtbar – wenn auch manchmal mehr für Investoren als für Ärzte oder Patienten. Wer medizinisch etwas auf sich hält und in der globalen Liga mitspielen will, kann sich eine Dubai-Abstinenz kaum noch leisten. Hauptsache, das eigene Innovationsportfolio sieht auf Instagram gut aus!
Am Ende bleibt es eine Kuriosität der Neuzeit: Während europäische Fachkräfte streiken, demonstrieren oder chronisch überlastet sind, feiern ihre Konzernchefs auf der Arab Health die nächste große Revolution im Healthcare-Sektor. Ob das die Zukunft der Medizin verbessert, sei dahingestellt – gesehen werden sollte man jedenfalls. Willkommen im globalen Schaufenster, wo Medizin zu einer Mischung aus Highsociety-Event, Machtdemonstration und Zukunftsvision gerät. Bleibt zu hoffen, dass zwischen Messestand und Maker-Space auch mal ein Schritt in Richtung Patientenschutz getan wird. Bis dahin: Ab in den Flieger nach Dubai, die nächste Innovation wartet schon – und der Businessdrink ist inklusive.
Haben auch Sie ein Business oder ein Projekt über das es sich lohnen würde zu berichten? Schreiben Sie uns!
